Hubble must die…
Armes Hubble, arme Wissenschaft. Wie lange haben Astronomen auf die Möglichkeit gewartet endlich freien Blick auf den Weltraum – ohne störende Atmosphäre – zu haben? Bis Hubble kam.
Ich kann ja verstehen, dass seit dem furchtbaren Unfall der Columbia letztes Jahr extreme Vorsicht geboten ist. Allerdings hat die NASA offensichtlich eine Option übersehen, die nicht nur Hubble helfen würde.
Neben der Atlantis, Discovery und Endeavour gibt es noch ein Shuttle, dass die Erde allerdings nie verlassen hat. Es ist der Prototyp, steht seit Mitte der 80er im Smithsonian und trägt den Namen Enterprise, aber mit der Registriernummer OV-101, nicht NX-01 oder NCC-1701. Laut Angaben der NASA ist die Enterprise nicht für den Raumflug ausgerüstet, aber ansonsten ein vollwertiges Space Shuttle. Da die NASA selbst Anfang der 90er Jahre noch in der Lage war, die Endeavour – als Challenger-Ersatz – zu bauen, dürfte es eigentlich keine allzu großen Umstände machen die Enterprise entsprechend aufzurüsten.
Zumindest wäre Hubble damit gerettet, die zukünftigen Shuttle-Missionen sicherer und man hätte etwas mehr Zeit endlich neue Shuttles zu entwickeln. Letztere sind ein Muß, die bisherigen Orbiter Vehicles, wie sie die NASA so schön nennt sind komplett veraltet und allein schon durch die beim Start benötigten Feststoff-Booster extrem teuer.
Mag sein, daß ich mir eine Reaktivierung der Enterprise zu einfach vorstelle, aber die NASA tut ähnliches Hubble. Ein so wichtiges Instrument für die Tiefenraumforschung aufzugeben ist in meinen Augen ein großer Fehler und herber Rückschlag für die Wissenschaft.