madcats[welt]

Mao? Ist das nicht Kaubonbon?

Nein, ich rede nicht vom bekannten Plombenzieher – oder wie man es heute, politisch korrekt versteht sich, als Zahnfüllungsentferner, bezeichnen würde. Gemeint ist der allseits gebeliebte, große Vorsitzende und Anführer der chinesischen „Kulturrevolution“ (Aufbau eines kommunistisch-orientierten Regimes in Verbindung mit dem dazu obligatorischen Massenmord, triffts aber besser) Mao Tse-Tung/Zedong.

Zumindest in einschlägigen Foren scheint der Grad der Allgemeinbildung inzwischen so weit im Keller zu sein, dass man ihn, einen schlimmsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts neben Hitler und Stalin, nicht mehr kennt. Im Geschichtsunterricht wird er offenbar auch gar nicht erwähnt, nur mal eben angerissen, wenn man einen Leistungskurs belegt. Ähnliches gilt auch für den Pazifikkrieg, da fallen nur vier Schlagworte: Pearl Harbor, Hiroshima, Nagasaki und Atombombe. Dann wird weiter fröhlich die Weimarer Republik und die Nazi-Zeit bis zum Erbrechen durchgekaut, der Rest interessiert nicht – als bestünde die Welt nur zwischen Paris und Moskau.

Wenn ich auf meine Schulzeit zurückblicke kann ich zum Geschichtslehrplan nur eins sagen: mangelhaft. Die Themenschwerpunkte sind aus meiner Sicht völlig falschgesetzt. Vor allem das letzte Jahrhundert kommt viel zu kurz, um die ganzen Ereignisse, die sich teilweise noch bis heute auswirken, wirklich vernünftig behandeln zu können.

Wohin sowas führen kann sieht man ja eindeutig an meinem Eintrag „Doofe Briten“ etwas weiter unten. Wahrscheinlich ist die NATO bald eine Verbraucherschutzorganisation, der Warschauer Pakt eine Autoschieberbande, die Sowjets eine russiche Tanzgruppe und Fidel Castro hält man für ein Motoröl. Schöne neue Welt, was?