Schreib dich nicht ab…
Man kann sich ja über die Seriösität von Magazinen wie Explosiv auf RTL streiten, aber was ich vorhin dort gesehen habe, spottet jeder Beschreibung.
Thema war die zunehmende Lese- und Schreibschwäche deutscher Schüler. Nach einer Studie sollen etwa 25% dieser Probleme damit haben. Um das zu untermauern wurde mit einer neunten (und damit letzten) Klasse einer Hauptschule getestet. Die Jugendlichen sollten aus einem Bestseller, diversen Tageszeitungen und einem Comic-Heft vorlesen. Was dabei rauskam war wirklich schockiered. Wörter wie »verirrt« oder »entweiht« verursachten schon erhebliche Probleme: »verirrt« wurde als »veriert« ausgesprochen, »entweiht« wurde gar mit »weit« in Verbindung gebracht. Genau die gleichen Schwierigkeiten gab's bei gebräuchlichen Wörtern aus den Zeitungen, z.B. »Engstirnigkeit«.
Zuletzt brachte die Klassenlehrerin noch ein regelrecht greuliches Beispiel, bei dem ein Schüler nicht wußte, was »verwundet« bedeutet. Ich rede hier – wohl gemerkt – von einer neunten Klasse; im Durchschnitt sind die Schüler etwa 16 Jahre alt.
Natürlich ist das wiedermal ein Extrembeispiel, aber darf es in einem Land wie Deuschland überhaupt solche Extreme in dieser Hinsicht geben? Ich finde nicht, Lesen und Schreiben gehört mit zu dem Wichtigsten, was wir lernen. Es darf nicht sein, daß in Zukunft vielleicht eine Generation von Analphabeten auf uns zukommt.
Wer dabei die Schuld trägt, ist nun fraglich. Aus meiner Sicht sind primär die Eltern dafür verantwortlich, weil man sich um die Kinder viel zu wenig kümmert. Daheim wird nur das nötigste gesprochen, wenig bis gar nichts gelesen oder im Kleinkindalter vorgelesen. Schulische Leistungen sind offenbar auch vielen Eltern ziemlich egal.
Solche Dinge werden dann auf die Lehrer abgeschoben, statt sich selber an die eigene Nase zu fassen. So kann's doch einfach nicht weitergehen oder Deutschland verdummt sich selbst in die Zeit der Germanen zurück.