madcats[welt]

Der Untergang (des Gehirns)

Nein, ich will mich nicht über den Film auslassen. Viel lieber über die lästern, die meinen bei amazon den Film grundlos in Stücke hacken zu müssen. »_Bruno Ganz ist nicht Hitler, wie er in zahlreichen Wochenschauen und Tondokumenten zu sehen und zu hören ist._« Was hat der Kerl erwartet? Einen Hitler, der im Führerbunker den ganzen Tag auf einem Podium steht und Reden hinausbrüllt?

Weiter geht’s mit der »_Wo ist die Story?_«-Fraktion. Leute, welche Story denn? Der Film basiert auf einem historischen Ereignis – da kann man keine fehlende Story bemängeln. Sinn und Zweck des ganzen ist es doch, die Geschehnisse der letzten Tage des Dritten Reichs im Führerbunker darzustellen.

Man erzählt hier Geschichte (das Wörtchen »eine« fehlt hier ganz bewußt) und keine Story. Allerdings hält man sich teilweise nicht ganz an die Fakten. Goebbels z.B. hat sich und seine Frau vergiftet, nicht erschossen. Der nächste Kandidat meckert darüber, warum man die »_heranwachsende Generationen mit diesem braunen Dreck belasten muss_«? Ganz unrecht hat der Mann nun nicht. Die Nazis sind im Fernsehen, den Zeitungen, Zeitschriften etc. fast schon omnipräsent geworden. Man hat schon manchmal den Eindruck, daß das einfach zu viel den Guten ist. Dann sieht man wieder irgendwo einen Beitrag zum Wissen der Jugend über dieses Thema und ist entsetzt, was sie zu wissen glauben bzw. nicht wissen.

Es hapert ja schon bei der jüngeren Geschichte deutlich, wenn Ronald Reagan auf einmal zu Loriot wird. Wenn es da schon übel aussieht, wie dann bitte erst bei Ereignissen, die 60 Jahre her sind? Oh weh, oh weh … Daher finde ich gerade einen Spielfilm, der sich näher mit dem Thema befaßt eine gute Sache. Die ganzen Dokumenationen zum Thema sind natürlich deutlich aufschlußreicher, aber deren Zuschauer interessieren sich meist ohnehin für geschichtliche Ereignisse.

Der typische deutsche Jugendliche aber nicht (mehr). Womit ich beim letzten Punkt bin und hier wird nicht mehr gemeckert, denn ich muß voll zustimmen. Der betreffende Rezensent regt sich über die Altersfreigabe auf. Zurecht. FSK-12 halte ich für zu wenig. Ab 16 wäre wünschenswert. Ein 12jähriger hat zu 95% weder genug Hintergrundwissen noch das Verlangen welches zu erwerben. Dazu kommen die ganzen Suizide der Nazi-Elite, der Mord an den Goebbels-Kindern und diverse willkürliche Morde von SS-Leuten an »fahnenflüchtigen« alten Männern. Das ist einfach nichts für minimal 12jährige Kinder, die noch gar nicht verstehen, was damals überhaupt passiert ist.