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Noch etwas zum Thema Geschichte

Aus einem Interview von Spiegel Online mit Jörg Weisskirchen (OSZE-Beauftragter):

Frage: Wenn deutsche Schüler heute den Begriff Holocaust nicht mehr einordnen können, glauben Sie dann, dass in den Schulen genug getan wird?

Weisskirchen: Laut einer BBC-Umfrage kann etwa die Hälfte der Briten mit dem Begriff Holocaust nichts anfangen. Das heißt, dass es offensichtlich generell in den Schulen Versäumnisse gibt. In Deutschland müssen wir alle sehr viel mehr tun, damit Bildung und Erziehung aufklärerisch bleiben und die Geschichtstatbestände im Bewusstsein der jungen Menschen verankert werden.

Sicherlich, ich habe mich auch schon über den schlechten Geschichtsunterricht an deutschen Schulen ausgelassen, aber was das hier angeht, sind wirklich nicht mehr die Schulen schuld. Man kann noch so viel tun, wenn die Schüler kein Interesse haben etwas darüber zu erfahren.

Ich war mit der Schule in Dachau und den Großteil aus meiner und den anderen Klassen hat es kaum interessiert. Was die Lehrer uns gesagt dazu alles gesagt haben, ging bei meisten auf einer Seite des Gehörgangs rein und auf der anderen wieder raus – das ist die traurige Wahrheit.

Selbst wenn man in den Schulen jetzt noch mehr zu diesem Thema machen würde, es wäre sinnlos, vielleicht sogar kontraproduktiv. Wer sich nicht für etwas interessiert, es aber trotzdem oft zu hören kriegt, ist irgendwann genervt und schaltet ganz ab.