madcats[welt]

Sind Spiele noch Spiele?

Die Überschrift mag komisch klingen, aber ist aber ernst gemeint. Wenn ich so in das World-of-Warcraft-Forum schaue, frage ich mich wirklich, ob das noch etwas mit einem Spiel zu tun hat?

Da wird in einem »Apell an Unfähige« verbissen über jeden geschimpft, der nicht die Azeroth-Weißheiten mit Löffeln gefressen hat oder es gar wagt, einen kleinen Fehler zu machen. Wenn die Server mal kurz ausfallen oder die Wartungsarbeiten länger dauern, folgen Hasstiraden gegen Blizzard und es kommt Weltuntergangsstimmung auf.

Die restlichen Themen drehen sich nur noch, um die besten Möglichkeiten zu farmen, die Skills und Boni zu maximieren, die besten Gegenstände zu bekommen oder sonstige Perfektionierungsmöglichkeiten.

Wer dabei nicht mitmacht, ist natürlich sofort der »n00b« oder einfach ein Idiot. Es wird einem von anderen Spielern quasi diktiert, wie man seine Skillpunkte zu verteilen, welche Items man zu besitzen und wie man seinen Charakter zu spielen hat.

Und jetzt soll mir bitte jemande sagen, was sowas noch mit einem Spiel zu tun hat? Wobei ich hier den Vorwurf nicht an World of Warcraft selbst richte. Das Problem sind die Spieler, die das ganze quasi »beruflich« machen und sich so sehr hineinsteigern, daß sie offenbar jeglichen Sinn für die Realität verlieren und glauben, sie könnten jeden, der dabei nicht mitmachen will, wie den letzten Dreck behandeln.

Inzwischen bin ich froh, daß ich nicht mehr in Azeroth bin, auch wenn es mich manchmal noch sehr in den Fingern juckt. World of Warcraft ist ein tolles Spiel, aber wie bei fast jedem großen Online-Rollenspiel, wird es von Extremspielern kaputt gemacht. Sehr schade.