madcats[welt]

Dogma

Ich mag den Film. Schön durchgeknallt, vielleicht etwas zu niveaulos, aber im Grunde einer, der wenigen Produktionen, die etwas nachdenkliches an sich haben. Ähnlich wie Stigmata, wenn man ernstere Filme bevorzugt.

Die Grundaussage ist jedoch bei beiden nahezu gleich: Glaube braucht keine Institution, die einem Vorschriften im Namen desjenigen macht, an den man glaubt.

Kritiker werfen Dogma (siehe diverse Benutzerrezensionen bei amazon) vor, er wäre reine Blasphemie, Provokation, baue auf den Glaubesvorstellungen von Kindern auf, würde an der Lebensgrundlage von Millionen kratzen usw. – Diese Leute sollten sich den Film doch mal ohne die rosarote Kirchenbrille ansehen. Er zielt nicht gegen den Glauben oder ihren Gott, sondern einzig und allein gegen die katholische Kirche und vergleichbare Einrichtungen anderer Religionen.

Womit wir beim Kern des Ganzen wären: wenn ich etwas oder jemanden glaube, brauche ich niemanden, der mir dazu Vorschriften macht oder mir gar diktieren will, wie ich zu leben habe. Genau das wird aber seit Jahrtausenden getan, und diese Machtbesessenheit hat Millionen bzw. inzwischen wohl schon Milliarden Menschen das Leben gekostet.

Wenn es solche höheren Wesen, die wir als Götter bezeichnen würden gibt, kann ich mir nur schwerlich vorstellen, daß sie diesen Wahnsinn in ihrem Namen gutheißen würden. Der Glaube an Gott oder an Menschen, die diesen angeblich vertreten, sind zwei grundverschiedene Dinge. Diese Tatsache ist das größte Risiko für den Machterhalt dieser »Glaubensgemeinschaften« …