madcats[welt]

Subsurface Lifeforms

Diese Art von Leben taucht normal nur in der Nähe sog. »Black Smoker« auf. Nach meinen täglichen Ausflügen in der Münchner U-Bahn behaupte ich aber, dass diese Spezies auch dort in einigen Unterarten existiert:

  • U-Bahn-Zombie
    Von den meisten völlig unbeachtet torkelt er durch die Schächte und Züge. Oft mit einem Rucksack bewaffnet, um Schultern oder Gesichter anderer Fahrgäste zu attackieren. Der Zombie selbst tut dies aber unbewusst und merkt daher nicht mal, wenn er den plastischen Chirurgen wieder Kundschaft beschafft.
    Durch die neuen, durchgänigen U-Bahnen ist der Zombie auch nicht mehr nur auf einen Waggon beschränkt und kann sein Unwesen im ganzen Zug treiben.
  • U-Bahn-Schnecke
    Wie richtige Schnecken sind auch diese äußerst lästig. Ihre Bewegungsgeschwindigkeit lässt sich nur in m/h messen, sie steht auf Rolltreppen nahezu immer links und auch sonst nur im Weg. Dabei beweisst sie eine Zielstrebigkeit, die ihres gleichen sucht. Eine Schnecke zu überholen, ist oft ein schwieriges Unterfangen, da sie gerne ihre Ausrichtung zur eigenen anpasst und dabei den Gegenverkehr geschickt ausnutzt.
  • U-Bahn-Stinker
    Der Stinker besticht in erster Linie durch seine natürlichen Ausdünstungen oder künstliche Gasblasen. Eine Verwandtschaft zum Krankheitsbild des Mr. Sumo und der bulgarischen Großfürstin ist hierbei klar ersichtlich.
    Insbesondere wenn sich die Aromen von natürlichen und künstlichen Düften vereinen, erreicht die Wirkung das Niveau von chemischen Kampfstoffen, z.B. VX. Im Sommer sind daher Schutzanzüge und Atropinspritzen Pflichtausrüstung.
  • U-Bahn-Rusher
    Rusher sind immer in Panik zu spät zu kommen. Daher rasen sie Treppen hinunter, verfügen über [FTL][1]-Kapazität, überholen auch an den unmöglichsten Stellen und müssen chronisch Erster in der Bahn sein. Bei mehreren Rushern an einer Tür lässt sich ein ausgeprägtes Revier- und Konkurrenzverhalten feststellen, dem man besser aus dem Weg geht.
  • U-Bahn-Frühaufsteher
    Die harmloseste Spezies. Ihr Anhörige neigen dazu, etwa fünf Minuten vor ihrer Zielhaltestelle aufzustehen und ihren Körper strategisch günstig in der nächsten Tür zu platzieren. In der U-Bahn-Verhaltenspsychologie nennen wir das »Türsteher-Syndrom«.

[1]: javascript:alert(‘Faster Than Light: %C3%9Cberlichtgeschwindigkeit’); “Klick mich. Ich bin schlauer als Du!”