Cold War <strike>2.0</strike> 1.0
Viele fürchten sich vor einem neuen Kalten Krieg, aber warum eigentlich? So schlecht war Version 1.0 doch gar nicht. Diverse Nostalgie-Shows garantieren hohe Quoten, selbst die Oss… äh, Dunkeldeutschen erinnern sich da gerne an ihre schnuckelige DDR mit niedrigen Lebensmittelpreisen.
Es gab ein klares Feindbild und die Gewissheit, dass der verhasste Nachbar genauso verdampft wird oder nachts anfängt zu leuchten, falls es mal krachen sollte. Und weniger Spinner, die sich für das Versprechen von einer begrenzten Anzahl Jungfrauen in die Luft jagen wollen.
In gewisser Weise beruhigt auch die Tatsache, dass ein paar tausend Atomwaffen auf den eigenen Vorgarten zielen. Je mehr Sprengköpfe es gab, desto niedriger war auch die Wahrscheinlichkeit eines ernsthaften Einsatzes – so gesehen sind die ganze Abrüstungsverträge ein Desaster für den Weltfrieden. Wirklich gefährlich sind schließlich immer nur Leute, die eine Kernwaffe wollen. Wer sie hortet will im Endeffekt nur seine Ruhe oder den bösen Jungen von nebenan erschrecken.
Aber kommen wir zum wichtigsten Grund, warum der Kalte Krieg besser war als heute: die Musik. Viele Lieder aus den 60ern, 70ern und 80ern sind heute noch Pflicht. Von welchen heutigen Titeln wird man das in 30 – 40 Jahren noch sagen können? Bis auf wenige Ausnahmen wird man wohl froh sein, dieses teils grausame Gejaule nie mehr hören zu müssen.
In diesem Sinne: »Mr Putin, build up this wall – again!«
Dieser Beitrag wurde inspiriert von »World in Conflict« (Massive Entertainment, 2007), »Red Storm Rising« (Tom Clancy, Goldmann Verlag 1996), »GTA Vice City« (Rockstar Games, 2002/2003), Tears for Fears – Everbody wants to rule the World (1985) und einer gehörigen Portion Sarkasmus.