Airport Extreme im Test

Da sich mein Linksys WRT54GL leider vor zwei Wochen verabschiedet hat, musste ein neuer Router her. Es sollte auf jeden Fall ein Gerät mit Draft-n-Unterstützung werden, um zumindest mein MacBook Pro mit der vollen Bandbreite meines Kabelanschlusses versorgen zu können. Leider bremsen vorhandene 802.11g-Geräte ein n-Netzwerk aus, also kam nur ein Router mit zwei getrennten WLAN-Bereichen in Frage. Meine engere Auswahl: der Linksys WRT610N und der neue Apple Airport Extreme.
Beide können jeweils ein b/g/n- und a/n-Netzwerk mit 2,4 GHz bzw. 5 GHz aufbauen. Durch die unterschiedlichen Frequenzen treten weniger Störungen auf. Diverse Kundenzrezensionen zum WRT610N sprachen von schlechter Firmware, einem nicht umgehbaren Installations-Assistenten und Verbindungsproblemen. Alternative Firmwares gibt es leider noch nicht. Damit blieb nur noch der Airport Extreme übrig und ich machte mich auf den Weg zum Apple Store.
Überblick
Der neue Airport Extreme bietet zwei getrennte Netze mit 2,4 GHz mit den Standards b/g/n und 5 GHz mit a/n. An der Rückseite befinden sich drei LAN-Ports und eine WAN-Schnittstelle, alle mit 1 GBit/s. Zusätzlich bietet er einen USB-Anschluss mit Hub-Unterstützung, um Drucker und Festplatten anzustecken; und einen Kensington-Lock-Stecker. Bis zu 50 Clients gleichzeitig können bedient werden und er bietet alle modernen Verschlüsselungsstandards inkl. RADIUS-Authentifizierung.
Außerdem besteht die Möglichkeit den Router mit MobileMe zu verbinden und so direkt Zugriff auf die Dateien im Account zu haben. Weiterhin kann man ein gesichertes Gast-WLAN einrichten, das vom restlichen Netz abgekoppelt läuft und nur eine Internet-Verbindung zur Verfügung stellt.
Installation
Apple-typisch ist die Verpacking stilsicher, nur so groß wie unbedingt notwendig und umweltfreundlich (Pappe, keine Kunststoffteile bis auf die Schutzfolie). Ich habe den Airport Extreme mit dem Kabelmodem und dem MacBook Pro (erstmal per Kabel) verbunden. Es war sofort wieder eine Internet-Verbindung vorhanden. Ein Kabelmodem braucht keine Einwahl wie DSL, da die Identifikation bei Servern des Betreibers über die MAC-Adresse erfolgt. Im Gegensatz zu meinem alten WRT54GL hat der Airport automatisch erkannt, dass die IP-Vergabe über DHCP läuft. Sehr komfortabel.
Anschließed habe ich das Airport-Dienstprogramm (mitgeliefert für OS X und Windows) gestartet, das mich erstmal fragte, ob ich das aktuelle Firmware-Update installieren möchte. Gefragt, getan. Keine fünf Minuten später war die neue Firmware installiert und ich konnte alle nötige einstellen. Wie man es von Apple nicht anders erwartet ging das kinderleicht. Im Vergleich zur Standard-Firmware des WRT54GL hat man einige Optionen mehr. Gegenüber Tomato, DD-WRT oder OpenWRT fehlen einige Dinge, aber nichts wirklich wichtiges.
Betrieb
Er hat es sich nun seit zwei Wochen im Wohnzimmer gemütlich gemacht und stört durch die dezente Optik bei weitem nicht so, wie schwarz-blaue WRT54GL mit seinen großen Außenantennen. Außerdem lässt sich die Front-LED so einstellen, dass sie bei Aktivität nicht andauernd blinkt. Link-LEDs für die Kabelverbindungen befinden sich auf der Rückseite direkt an den Ports.
Momentan habe ich folgende Client-Konstellation im g-Netz: PC, iPod touch und Wii. Im n-WLAN befindet sich nur das MacBook Pro. Beide funktionieren einwandfrei –in den zwei Wochen gab es nicht einen Verbindungsabbruch. Der Durchsatz ist hervorragend. Der PC erreicht fast 24 MBit/s, das MacBook Pro ca. 70 – 80 MBit/s; ohne irgendwelche Einstellungen an der Firmware machen zu müssen. Subjektiv hat sich das Surfen insbesondere am PC verbessert, vermutlich durch die im Vergleich zum WRT54GL leicht besseren Latenz-Zeiten. Zu heise.de hatte ich früher Pings um die 20 – 25 ms, mit dem Airport Extreme sind sie konstant unter 20 ms.
Von den USB-Funktionalitäten konnte ich bisher nur mit einer Festplatten testen. Sie wurde sofort erkannt und war im Netzwerk verfügbar, sowohl auf dem PC, als auch Mac. Der Durchsatz lag bei den og. 24 MBit/s bei g und 70 – 80 MBit/s im n-Modus. Für Zukunft überlege ich einige billige SSD anzuklemmen und meine iTunes Mediathek darauf auszulagern. So wären PC und Mac immer synchron.
Fazit
Was soll ich sagen? Es gibt effektiv nichts negatives, was ich über den Airport Extreme loswerden kann. Er ist zuverlässig, schnell, lässt sich einfach einrichten – selbst der Preis von 159 Euro ist angemessen (der WRT610N ist teurer). Apple macht es einem wirklich schwer ein Haar in der Suppe zu finden. Man könnte höchstens bemängeln, dass es kein Web-Interface (wobei das aus Sicherheitsgründen vielleicht sogar besser ist) gibt und für Profis einige Einstellungsmöglichkeiten fehlen bzw. keine alternativen Firmwares unterstützt werden.